BEC auf der NO DIG BERLIN 2017

02. Dezember 2016
Internationales Leitungsbausymposium, 28. März 2017, Halle 1.2/Saal "Stuttgart"

Im Rahmen des Internationalen Leitungsbausymposiums der NO DIG BERLIN 2017 wird Herr Tim E. E. Becker gemeinsam mit Frau Ingeborg Friedrich-Keil vom IFK Ingenieurbüro für Geotechnik sowie Herrn Ralf Schubert von den Berliner Wasserbetrieben einen Vortrag zum Thema "Rohrvortrieb DN 1.600 mit bemanntem Haubenschild unter Druckluft – Unterfahrung der Verkehrsinfrastruktur Berlins unter schwierigsten Bedingungen" halten:

Seit über 150 Jahre versorgen die Berliner Wasserbetriebe die Stadt und deren Umgebung mit Trinkwasser und behandeln das Regen- und Abwasser. Die stetige Investition in die Netzinfrastruktur, sowie deren Anpassung, beispielsweise an eine in den letzten Jahren steigende Einwohnerzahl Berlins, sind Aufgaben der Berliner Wasserbetriebe.

Im vorgestellten Projekt wurde die Erweiterung einer Abwasserdruckleitung DN 300 St im Bereich vorhandener Schieneninfrastruktur, bestehend aus neun Gleisen des S-Bahn-, des Regional- und des Fernverkehrs der Deutschen Bahn AG sowie einer Abfahrt der Bundesstraße B96a, erforderlich.

Die Planung sah die grabenlose Herstellung eines Stahlbeton-Schutzrohres DN 1600 im Rohrvortriebsverfahren in einer neuen, gekrümmten Trasse und den anschließenden Einzug zweier Druckleitungen DN 500 GGG und DN 600 GGG vor. Dabei wurde die Druckleitung DN 500 GGG in das Bestandsnetz eingebunden. Die zweite Druckleitung DN 600 GGG dient als Reserve.

Im Vorfeld der Baumaßnahme wurden die geologischen Verhältnisse, bestehend aus teils schluffigen, mitteldicht gelagerten Sanden mit Kohlereibseln und Kohlestücken oberhalb eines Geschiebemergelhorizontes mit eingelagerten Findlingen und Geröllnestern erkundet. Das hoch anstehende Grundwasser erforderte die Herstellung der Start- und Zielgrube in Wand-Sohle-Bauweise mittels einer überschnittenen Bohrpfahlwand und einer hochliegenden Düsenstrahlsohle.

Die Ausführung des Rohrvortriebes erfolgte aufgrund der hydrologischen und geologischen Verhältnisse und der stark limitierten Möglichkeit zur oberirdischen Bergung von Hindernissen mit einem bemannten, offenen Schild, mit teilflächigem Abbau und Druckluftstützung.

Die Anforderungen der Deutschen Bahn sahen nicht nur einen kontinuierlichen Rohrvortrieb (24/7) und ein umfangreiches Messprogramm zur Überwachung von möglichen Gleissetzungen, sondern auch die ständige Bereitschaft eines Gleisbautrupps vor.

Durch das positive Zusammenspiel zwischen der ausführenden Firma, dem Auftraggeber, den Projektbeteiligten der Deutschen Bahn und der gutachterlichen Projektbegleitung konnten die Arbeiten ohne umfangreiche Sperrung des Schienenverkehrs mit Setzungen von ca. 1 mm in der Gleislage erfolgreich abgeschlossen werden.